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GEGENDARSTELLUNG
cassandra, Dienstag, 30. November 2004, 14:53
Filed under: Alltag
Da in einem anderen Blog über die Unförmigkeit meiner Beine spekuliert wird, sehe ich mich zu dieser drastischen Verteidigungsmaßnahme gezwungen.Wollte nur mal klarstellen, dass ich meine Beine mag ;-)))
(auch wenn ich leider keine Ringel zu bieten habe)
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ABENDLICHER NACHTRAG
cassandra, Dienstag, 30. November 2004, 00:37
Filed under: Alltag
Ich wollte nur mal sagen, dass ich blöd bin.
Ich war heute mal wieder in meinem Lieblingseinkaufszentrum, der METRO. Dort habe ich mir ganz viele Leckereien gekauft. Leider tendiere ich dazu, sehr spät zu kochen (wenn ich es denn tue).
Es gibt gerade Rotbarschfilet im Korianderbett mit roten Kartöffelchen. Prinzipiell eine sehr gute Idee. Nur habe ich kurz vor Mitternacht eigentlich keinen Hunger mehr. Der ist einfach weg. Nicht mal der Appetit ist geblieben. Nun quäle ich mir das Essen rein, weil es ja in der Theorie lecker ist.
Das ist ein wenig dämlich.
Ich war heute mal wieder in meinem Lieblingseinkaufszentrum, der METRO. Dort habe ich mir ganz viele Leckereien gekauft. Leider tendiere ich dazu, sehr spät zu kochen (wenn ich es denn tue).
Es gibt gerade Rotbarschfilet im Korianderbett mit roten Kartöffelchen. Prinzipiell eine sehr gute Idee. Nur habe ich kurz vor Mitternacht eigentlich keinen Hunger mehr. Der ist einfach weg. Nicht mal der Appetit ist geblieben. Nun quäle ich mir das Essen rein, weil es ja in der Theorie lecker ist.
Das ist ein wenig dämlich.
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DIE KUSS PHOBIE
cassandra, Dienstag, 30. November 2004, 00:17
Filed under: Soehne
Es gibt eigentlich nur zwei Dinge, vor denen ich wirklich Angst habe. Mäuse und Küsse. Erste Küsse. Ich bin kein Erst-Küsser. Egal wie lichterloh ich in Flammen stehe, wie sehr ich mich danach sehne, endlich seinen Atem das erste Mal auf meinem Gesicht zu spüren, seine Lippen mit den meinen zu berühren und ihn zu schmecken. Selbst wenn die Augen meines Gegenübers mich erwartungsvoll anschauen. Darum betteln, diese erste wirklich Intimität austauschen zu dürfen. Ich bringe es nicht über’s Herz. Ich fürchte mich vor der Zurückweisung, aber auch davor, dass mir beim ersten Berühren der Lippen kein Stromstoss durch den Körper fährt. Das stattdessen gar nichts passiert.
Schuld an der ganzen Misere ist Marcel. Ich war sieben Jahre alt und bis dato ungeküsst. Er war der Schwarm der gesamten ersten Klassenstufe. Dunkle verwuschelte Locken, ständig zu Streichen aufgelegt und ein breites Lächeln, dass alle Frauenherzen, egal ob die der Mitschülerinnen oder die der Lehrerinnen höher schlagen liess. Meine beste Freundin und ich wetteiferten fast das gesamte Schuljahr um Marcels Gunst. Doch das Bürschchen war nicht nur süß, sondern auch clever. Er konnte sich nie zwischen uns entscheiden. Mal hielt er mit der einen Händchen, mal mit der anderen. Als ich mitbekam, dass er sich nach der Schule mit meiner Freundin getroffen hatte, musste ich schleunigst etwas unternehmen, um den Punktestand wieder auszugleichen. Ich war damals sehr vorwitzig und auch um einiges forscher im Umgang mit dem männlichen Geschlecht, als ich es heute bin. Mein Selbstbewusstsein kannte keine Grenzen und ich hielt mich wohl für das unwiderstehlichste sieben-jährige Geschöpf, das jemals auf Erden wandelte. Ich ergriff die Initiative. Der Plan war kinderleicht.
Wir mussten damals in der ersten Klasse zwischen der Mittagspause und dem Hort Mittagsschlaf machen. Dafür wurden im Klassenzimmer alle Tische und Stühle zur Seite geschoben und Liegen aufgebaut. Diese halbe Stunde war die schönste des Tages. Es wurde herumgetobt, sich gegenseitig beim Ausziehen geneckt und die Streitigkeiten des Tages wurden in dem Tumult ausgekämpft (ich erinnere mich gerade daran, dass ich Marcel damals mal gegen die Heizung geschupst habe und er sich dabei den Kopf aufschlug. Aber das war DANACH)
Ich vermute, heutzutage wäre so etwas wie eine geschlechterübergreifende Mittagspause in der Schule unvorstellbar, denn immerhin bekommen die heranreifenden Mädchen und Jungen sich dabei nackt zu sehen.
Das alltägliche Chaos wollte ich für meine Plan ausnutzen. Während eine Horde Kinder durch den Raum lief und schrie, weil mal wieder irgendjemand den Schlafanzug eines anderen entwendet hatte, schnappte ich mir Marcel und sagte ihm, dass ich ihm etwas zeigen müsste. Sein Interesse war eher gering. Ich erzählte ihm, dass ich ein großes Geheimnis hätte, das niemand kennen würde und das ich es ihm allein zeigen würde. Natürlich unter der Bettdecke, damit niemand anderes es sehen täte. Nun wurde er schon ein kleines bisschen neugierig. Ich ging mit ihm zu meiner Pritsche und wir steckten die Köpfe unter die Bettdecke. Im Dunklen presste ich ihm meinen Mund ganz fest auf seinen, dann hob ich die Bettdecke und strahlte ihn glücklich an. Er schaute irritiert zurück, zog die Augenbrauen hoch und fragte ungeduldig, wo denn nun das Geheimnis wäre. Immer noch strahlend versicherte ich ihm, dass das es dieser Moment gewesen war. Er rümpfte die Nase und meinte ungläubig „und das war alles?“. Dann wandte er sich genervt von mir ab, um den anderen Kindern hinterherzulaufen.
Ich glaube, ich habe diese Abfuhr bei meinem ersten Kuss wohl nie ganz überwunden. Aber ich habe gelernt, damit umzugehen. Wenn ich mit einem eher schüchternen Exemplar Mann konfrontiert bin, den ich gerne küssen würde, erzähle ich ihm die Geschichte meines ersten Kusses. Diesen Wink mit dem ganzen Lattenzaun hat bisher jeder verstanden. (Und selbst, wenn das Interesse nur von meiner Seite ausgeht, so errege ich doch zumindest Mitleid ;-)
Schuld an der ganzen Misere ist Marcel. Ich war sieben Jahre alt und bis dato ungeküsst. Er war der Schwarm der gesamten ersten Klassenstufe. Dunkle verwuschelte Locken, ständig zu Streichen aufgelegt und ein breites Lächeln, dass alle Frauenherzen, egal ob die der Mitschülerinnen oder die der Lehrerinnen höher schlagen liess. Meine beste Freundin und ich wetteiferten fast das gesamte Schuljahr um Marcels Gunst. Doch das Bürschchen war nicht nur süß, sondern auch clever. Er konnte sich nie zwischen uns entscheiden. Mal hielt er mit der einen Händchen, mal mit der anderen. Als ich mitbekam, dass er sich nach der Schule mit meiner Freundin getroffen hatte, musste ich schleunigst etwas unternehmen, um den Punktestand wieder auszugleichen. Ich war damals sehr vorwitzig und auch um einiges forscher im Umgang mit dem männlichen Geschlecht, als ich es heute bin. Mein Selbstbewusstsein kannte keine Grenzen und ich hielt mich wohl für das unwiderstehlichste sieben-jährige Geschöpf, das jemals auf Erden wandelte. Ich ergriff die Initiative. Der Plan war kinderleicht.
Wir mussten damals in der ersten Klasse zwischen der Mittagspause und dem Hort Mittagsschlaf machen. Dafür wurden im Klassenzimmer alle Tische und Stühle zur Seite geschoben und Liegen aufgebaut. Diese halbe Stunde war die schönste des Tages. Es wurde herumgetobt, sich gegenseitig beim Ausziehen geneckt und die Streitigkeiten des Tages wurden in dem Tumult ausgekämpft (ich erinnere mich gerade daran, dass ich Marcel damals mal gegen die Heizung geschupst habe und er sich dabei den Kopf aufschlug. Aber das war DANACH)
Ich vermute, heutzutage wäre so etwas wie eine geschlechterübergreifende Mittagspause in der Schule unvorstellbar, denn immerhin bekommen die heranreifenden Mädchen und Jungen sich dabei nackt zu sehen.
Das alltägliche Chaos wollte ich für meine Plan ausnutzen. Während eine Horde Kinder durch den Raum lief und schrie, weil mal wieder irgendjemand den Schlafanzug eines anderen entwendet hatte, schnappte ich mir Marcel und sagte ihm, dass ich ihm etwas zeigen müsste. Sein Interesse war eher gering. Ich erzählte ihm, dass ich ein großes Geheimnis hätte, das niemand kennen würde und das ich es ihm allein zeigen würde. Natürlich unter der Bettdecke, damit niemand anderes es sehen täte. Nun wurde er schon ein kleines bisschen neugierig. Ich ging mit ihm zu meiner Pritsche und wir steckten die Köpfe unter die Bettdecke. Im Dunklen presste ich ihm meinen Mund ganz fest auf seinen, dann hob ich die Bettdecke und strahlte ihn glücklich an. Er schaute irritiert zurück, zog die Augenbrauen hoch und fragte ungeduldig, wo denn nun das Geheimnis wäre. Immer noch strahlend versicherte ich ihm, dass das es dieser Moment gewesen war. Er rümpfte die Nase und meinte ungläubig „und das war alles?“. Dann wandte er sich genervt von mir ab, um den anderen Kindern hinterherzulaufen.
Ich glaube, ich habe diese Abfuhr bei meinem ersten Kuss wohl nie ganz überwunden. Aber ich habe gelernt, damit umzugehen. Wenn ich mit einem eher schüchternen Exemplar Mann konfrontiert bin, den ich gerne küssen würde, erzähle ich ihm die Geschichte meines ersten Kusses. Diesen Wink mit dem ganzen Lattenzaun hat bisher jeder verstanden. (Und selbst, wenn das Interesse nur von meiner Seite ausgeht, so errege ich doch zumindest Mitleid ;-)
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FAZIT
cassandra, Montag, 29. November 2004, 00:47
Filed under: Alltag
Wenn ich noch einmal auf die vollkommen idiotische Idee kommen sollte, Strecken von mehr als 500 km mit dem Auto zurück zu legen, möge mich irgendwer bitte erschießen?!
Oder mir wenigstens einen kräftigen Hieb über den Kopf geben. Mit einem Baseballschläger oder auch gerne einem großem Hammer.
Nach 1000 km (sagen wir mal) zügigem Autofahren (7 Stunden) bei Dunkelheit, Regen und Nebel, habe ich soeben beim Einparken einen Laternenpfahl gerammt. Und zwar richtig, ich habe mich nämlich verhakt und kam weder vor, noch zurück.
Ich schätze, ich bin gerade mit meinen Nerven ein wenig am Ende.
Habe ich bereits erwähnt, dass mein Auto noch nicht einmal ein halbes Jahr alt ist?
Oder mir wenigstens einen kräftigen Hieb über den Kopf geben. Mit einem Baseballschläger oder auch gerne einem großem Hammer.
Nach 1000 km (sagen wir mal) zügigem Autofahren (7 Stunden) bei Dunkelheit, Regen und Nebel, habe ich soeben beim Einparken einen Laternenpfahl gerammt. Und zwar richtig, ich habe mich nämlich verhakt und kam weder vor, noch zurück.
Ich schätze, ich bin gerade mit meinen Nerven ein wenig am Ende.
Habe ich bereits erwähnt, dass mein Auto noch nicht einmal ein halbes Jahr alt ist?
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WIEN
cassandra, Freitag, 26. November 2004, 23:22
Filed under: Auf Reisen
Eigentlich ist die Überschrift ein wenig irreführend, denn dieser Eintrag beginnt mit der Nacht vor meiner Abreise nach Wien.
Am Mittwochabend feierte die Düsseldorfer Werbebranche nämlich eine große Party. Das Motto lautete: „Früher, als die Welt noch in Ordnung war, wir in Geld und Koks gebadet haben, haben Partys noch richtig Spaß gemacht“ oder so ähnlich.
So gab es dann auch alles, was zu einer richtig dekadenten Sause gehört: eine Life-Jazz Kombo, Gogo-Tänzer, Getränke en masse, sehr viele wichtige und unwichtige Leute, überraschend gute House-Musik und ganz viel Geld. Im Laufe des Abends watete man quasi knöcheltief in Geldscheinen, die eigentlich für den Erwerb der Getränke gedacht waren, aber irgendwann wie Konfetti unter die Leute geschmissen wurden. Sehr praktisch, denn so brauchte man sich auf dem Weg zur Bar nur kurz bücken, ein Bündel vom Boden aufheben und konnte sogar beim Tringeldgeben äusserst großzügig sein.
(Ich konnte mir natürlich nicht verkneifen, eine ganze Serie mit dem Gogo Tänzer zu knipsen.)

Entgegen meiner Erwartungen wurde die Party richtig lustig. Dies lag wahrscheinlich daran, dass die Musik so laut war, dass man sich mit niemandem unterhalten musste. Auf diese Weise blieben mir die Smalltalks, die normalerweise mit einer derartigen Veranstaltung verbunden sind, erspart. Es wurde einfach nur getanzt und gefeiert.
Gerne wäre ich länger geblieben und hätte mich gepflegt besoffen. Leider musste ich jedoch am nächsten Morgen früh raus, denn es ging ja nach Wien.
Ich glaube, es gibt Flüge ab Köln nach Wien für 29 Euro. Aber warum bequem, billig und schnell reisen, wenn es auch kompliziert und anstrengend geht? Ein passionierter Autofahrer lässt sich doch von lächerlichen eintausend Kilometern nicht abschrecken. So habe ich denn Donnerstag auf der Autobahn verbracht. Ich hätte es wahrlich schlechter treffen können. Die Sonne schien, der Himmel war blau und die Straßen leer. Die ersten fünf Stunden haben auch tatsächlich Spaß gemacht, doch dann gab der Akku vom IPod auf und ich musste auf Radio umsteigen.
Abends bin ich auf der Suche nach einem Restaurant fast eine Stunde durch die nächtlichen, bitterkalten Straßen des 6. Bezirks gelaufen. Keine einfache Aufgabenstellung, auch nicht in einer europäischen Großstadt. Das typisch österreichische Essen (Tafelspitzsülzchen und Wiener Schnitzel mit Erdapfelsalat – ich weiss, dass das sehr viel ist, aber ich hatte wirklich Hunger), hat sich dann wenig später sehr unwohl in meinem Bauch gefühlt. Auf jeden Fall wollte es dort ganz schnell wieder weg. Entweder liegt es an der Wiener Luft oder tatsächlich am Essen. Heute habe ich schon wieder ähnliche Probleme. Nun gut, ich möchte jetzt gar nicht weiter auf die Details eingehen.
Heute habe ich dann eine Reise in die Vergangenheit gemacht. Genauer gesagt in die 20er – 40er Jahre. Da der Weg dorthin sehr lang ist, und ich ihn fast ausschließlich zu Fuss zurückgelegt habe, kann man sicherlich nachvollziehen, welche Körperteile mir gerade alles weh tun.
Zuerst besuchte ich die Tamara de Lempicka Austellung. Die Malerin ist der eigentliche Grund für meinen Wien Besuch. Ein großer Teil ihrer Werke sind in Besitz von Privatpersonen. Für die von der Royal Academy of Arts in London erarbeitete Ausstellung haben Leute wie Jack Nicholson, Donna Karan und Wolfgang Joop ihre Bilder zur Verfügung gestellt und daher ist es die erste und vermutlich auch letzte umfassende Ausstellung der Grande Dame der Art Deco Malerei.
Tamara de Lempicka ist eine Frau nach meinem Geschmack. Sie war eine mondäne Diva und Femme Fatale, malte nach eigener Auskunft nur, um ihren luxuriösen Lebensstil zwischen Partys und Liebschaften im Paris der Vorkriegszeit zu finanzieren. Sie hatte sehr viele einflussreiche Freunde, sowohl in der Politik, als auch unter den Künstlern, die sich zu dieser Zeit in Paris tümmelten. Sie liess sich von ihren Bewunderern fördern und schlief mit einer Vielzahl ihrer männlichen sowohl als auch weiblichen Modellen.
Kunstkritiker verachten die Bilder der Lempicka und verurteilen sie auf Grund ihres "dekorativen" Zweckes. Dabei übersehen sie jedoch, dass ihre Werke die Gesellschaft (wohlgemerkt, den dekadenten und wohlhabenden Teil) der damaligen Zeit auf einzigartige Weise widerspiegeln.
Obwohl ich die meisten Bilder kannte, war ich überwältigt von der Ausstellung. Die meisten Bilder sind nicht nur viel kleiner, als ich sie mir vorgestellt habe, viel faszinierender fand ich, dass sie leuchteten. Bücher (oder meinetwegen auch Poster, Postkarten oder Tassen (ich war ja ein braver Tourist und habe mich natürlich mit diversen überteuerten Neppes eingedeckt))

können die Illuminanz in keinster Weise wiedergeben. Durch den Malstil der Lempicka haben die Oberflächen, insbesondere die Haut der porträtierten Personen eine metallisch wirkende Oberfläche, die das Licht aus der Umgebung zurückstrahlt. Dadurch bekommt man den Eindruck, dass die Bilder von hinten beleuchtet sind.

Dann war ich heute noch in der Cecil Beaton Ausstellung.

Beaton war Haus- und Hof-Fotograf verschiedener Königshäuser, Kriegsfotograf und hatte diverse Berühmtheiten aus Hollywood, der Musik, Politik und Literatur vor der Kamera.
Ein paar der Fotos haben mir wirklich sehr gut gefallen, da es damals eher üblich war, sehr künstlich und gestellt zu portraitieren. Beaton hat dies zwar auch getan, doch mit viel Stil und es befinden sich unter seinen Aufnahmen einige, die trotz Staging sehr spontan wirken und besondere Momente einfangen.

Zwischen den Museumsbesuchen bin ich ansonsten heute sehr viel durch die Stadt gelaufen. Meist äusserst planlos. Trotz Stadtplan.
Ich habe mich mit Kinomu zum Mittagessen getroffen, bekam anschließend von ihm eine Führung durch die Innenstadt und später dann habe ich mit Herrn Sebas, der auf der Durchreise war, einen schnellen Kaffee in dem schrecklichsten Restaurant (ich sage nur: Café im Sparmarkt in der U-Bahn Station), dass ich jemals betreten habe, getrunken. Es war sehr lustig, doch werde ich jetzt nicht weiter darauf eingehen, denn ich muss ins Bett.
Immerhin stehen morgen der Zentralfriedhof, Frau Sonne, der Naschmarkt, die Industrieanlagen am Flughafen und ein Trip aufs Land auf dem Program.
Am Mittwochabend feierte die Düsseldorfer Werbebranche nämlich eine große Party. Das Motto lautete: „Früher, als die Welt noch in Ordnung war, wir in Geld und Koks gebadet haben, haben Partys noch richtig Spaß gemacht“ oder so ähnlich.
So gab es dann auch alles, was zu einer richtig dekadenten Sause gehört: eine Life-Jazz Kombo, Gogo-Tänzer, Getränke en masse, sehr viele wichtige und unwichtige Leute, überraschend gute House-Musik und ganz viel Geld. Im Laufe des Abends watete man quasi knöcheltief in Geldscheinen, die eigentlich für den Erwerb der Getränke gedacht waren, aber irgendwann wie Konfetti unter die Leute geschmissen wurden. Sehr praktisch, denn so brauchte man sich auf dem Weg zur Bar nur kurz bücken, ein Bündel vom Boden aufheben und konnte sogar beim Tringeldgeben äusserst großzügig sein.
(Ich konnte mir natürlich nicht verkneifen, eine ganze Serie mit dem Gogo Tänzer zu knipsen.)

Entgegen meiner Erwartungen wurde die Party richtig lustig. Dies lag wahrscheinlich daran, dass die Musik so laut war, dass man sich mit niemandem unterhalten musste. Auf diese Weise blieben mir die Smalltalks, die normalerweise mit einer derartigen Veranstaltung verbunden sind, erspart. Es wurde einfach nur getanzt und gefeiert.
Gerne wäre ich länger geblieben und hätte mich gepflegt besoffen. Leider musste ich jedoch am nächsten Morgen früh raus, denn es ging ja nach Wien.
Ich glaube, es gibt Flüge ab Köln nach Wien für 29 Euro. Aber warum bequem, billig und schnell reisen, wenn es auch kompliziert und anstrengend geht? Ein passionierter Autofahrer lässt sich doch von lächerlichen eintausend Kilometern nicht abschrecken. So habe ich denn Donnerstag auf der Autobahn verbracht. Ich hätte es wahrlich schlechter treffen können. Die Sonne schien, der Himmel war blau und die Straßen leer. Die ersten fünf Stunden haben auch tatsächlich Spaß gemacht, doch dann gab der Akku vom IPod auf und ich musste auf Radio umsteigen.
Abends bin ich auf der Suche nach einem Restaurant fast eine Stunde durch die nächtlichen, bitterkalten Straßen des 6. Bezirks gelaufen. Keine einfache Aufgabenstellung, auch nicht in einer europäischen Großstadt. Das typisch österreichische Essen (Tafelspitzsülzchen und Wiener Schnitzel mit Erdapfelsalat – ich weiss, dass das sehr viel ist, aber ich hatte wirklich Hunger), hat sich dann wenig später sehr unwohl in meinem Bauch gefühlt. Auf jeden Fall wollte es dort ganz schnell wieder weg. Entweder liegt es an der Wiener Luft oder tatsächlich am Essen. Heute habe ich schon wieder ähnliche Probleme. Nun gut, ich möchte jetzt gar nicht weiter auf die Details eingehen.
Heute habe ich dann eine Reise in die Vergangenheit gemacht. Genauer gesagt in die 20er – 40er Jahre. Da der Weg dorthin sehr lang ist, und ich ihn fast ausschließlich zu Fuss zurückgelegt habe, kann man sicherlich nachvollziehen, welche Körperteile mir gerade alles weh tun. Zuerst besuchte ich die Tamara de Lempicka Austellung. Die Malerin ist der eigentliche Grund für meinen Wien Besuch. Ein großer Teil ihrer Werke sind in Besitz von Privatpersonen. Für die von der Royal Academy of Arts in London erarbeitete Ausstellung haben Leute wie Jack Nicholson, Donna Karan und Wolfgang Joop ihre Bilder zur Verfügung gestellt und daher ist es die erste und vermutlich auch letzte umfassende Ausstellung der Grande Dame der Art Deco Malerei.
Tamara de Lempicka ist eine Frau nach meinem Geschmack. Sie war eine mondäne Diva und Femme Fatale, malte nach eigener Auskunft nur, um ihren luxuriösen Lebensstil zwischen Partys und Liebschaften im Paris der Vorkriegszeit zu finanzieren. Sie hatte sehr viele einflussreiche Freunde, sowohl in der Politik, als auch unter den Künstlern, die sich zu dieser Zeit in Paris tümmelten. Sie liess sich von ihren Bewunderern fördern und schlief mit einer Vielzahl ihrer männlichen sowohl als auch weiblichen Modellen.Kunstkritiker verachten die Bilder der Lempicka und verurteilen sie auf Grund ihres "dekorativen" Zweckes. Dabei übersehen sie jedoch, dass ihre Werke die Gesellschaft (wohlgemerkt, den dekadenten und wohlhabenden Teil) der damaligen Zeit auf einzigartige Weise widerspiegeln.
Obwohl ich die meisten Bilder kannte, war ich überwältigt von der Ausstellung. Die meisten Bilder sind nicht nur viel kleiner, als ich sie mir vorgestellt habe, viel faszinierender fand ich, dass sie leuchteten. Bücher (oder meinetwegen auch Poster, Postkarten oder Tassen (ich war ja ein braver Tourist und habe mich natürlich mit diversen überteuerten Neppes eingedeckt))

können die Illuminanz in keinster Weise wiedergeben. Durch den Malstil der Lempicka haben die Oberflächen, insbesondere die Haut der porträtierten Personen eine metallisch wirkende Oberfläche, die das Licht aus der Umgebung zurückstrahlt. Dadurch bekommt man den Eindruck, dass die Bilder von hinten beleuchtet sind.

Dann war ich heute noch in der Cecil Beaton Ausstellung.

Beaton war Haus- und Hof-Fotograf verschiedener Königshäuser, Kriegsfotograf und hatte diverse Berühmtheiten aus Hollywood, der Musik, Politik und Literatur vor der Kamera.
Ein paar der Fotos haben mir wirklich sehr gut gefallen, da es damals eher üblich war, sehr künstlich und gestellt zu portraitieren. Beaton hat dies zwar auch getan, doch mit viel Stil und es befinden sich unter seinen Aufnahmen einige, die trotz Staging sehr spontan wirken und besondere Momente einfangen.

Zwischen den Museumsbesuchen bin ich ansonsten heute sehr viel durch die Stadt gelaufen. Meist äusserst planlos. Trotz Stadtplan.
Ich habe mich mit Kinomu zum Mittagessen getroffen, bekam anschließend von ihm eine Führung durch die Innenstadt und später dann habe ich mit Herrn Sebas, der auf der Durchreise war, einen schnellen Kaffee in dem schrecklichsten Restaurant (ich sage nur: Café im Sparmarkt in der U-Bahn Station), dass ich jemals betreten habe, getrunken. Es war sehr lustig, doch werde ich jetzt nicht weiter darauf eingehen, denn ich muss ins Bett.
Immerhin stehen morgen der Zentralfriedhof, Frau Sonne, der Naschmarkt, die Industrieanlagen am Flughafen und ein Trip aufs Land auf dem Program.
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