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NACHTRAG ZUM THEMA GROLL
cassandra, Dienstag, 2. November 2004, 22:51
Filed under: Alltag
aber ich hatte heute ein seeeehr nettes Telefonat und ein paar sehr lustige SMSen. Also: nicht immer alles schwarz sehen.
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GROLL
cassandra, Dienstag, 2. November 2004, 22:35
Filed under: Alltag
Kann mir jemand erklären, warum ich noch immer im Büro sitze? Heute den ganzen Tag noch gar nichts gegessen, verabredet gewesen und überhaupt. Kopfschmerzen.
Ich will nach Hause. Sofort. Manno. Mir fällt auch nicht ein, was ich noch schreiben könnte. Ich glaube, das Vakuum in meinem Magen hat das Gehirn aus dem Kopf gesogen. Habe noch nicht mal was zu tun. Muss nur warten. Auf andere. Langeweile, Hunger. Seufz.
Ich will nach Hause. Sofort. Manno. Mir fällt auch nicht ein, was ich noch schreiben könnte. Ich glaube, das Vakuum in meinem Magen hat das Gehirn aus dem Kopf gesogen. Habe noch nicht mal was zu tun. Muss nur warten. Auf andere. Langeweile, Hunger. Seufz.
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WINNETOU
cassandra, Montag, 1. November 2004, 21:44
Filed under: Erinnerungen
Da heute offensichtlich Winnetou Tag auf Kabel 1 ist, möchte ich an dieser Stelle der ersten großen Liebe meines Lebens gedenken.
Hilfe, was habe ich ihn vergöttert, diesen Mut, seine Großzügigkeit (immerhin hat er die Liebe seines Lebens für den Frieden zwischen den Weißen und den Indianern geopfert), seinen Instinkt, seine unendliche Menschenliebe. Es gab damals keinen anderen Mann, den ich derart bewundert habe. Abgesehen von Old Shatterhand. Als kleines Mädchen träumte ich davon, mit den beiden Herren in wilder Ehe zusammenzuleben. Ihre Freundschaft hätte eine Beziehung mit der selben Frau zweifelsohne verkraftet. Ich brachte mir "indianische" Verhaltensweisen bei. Lief mit besonnener, keine Gefühle offenbahrender Miene durch die Gegend, die meine Umwelt aus Unwissenheit als kindliche Arroganz interpretierte.
Eines Tages schrieb ich Winnetou (oder besser seinem Vertreter in der Realität, Herrn Brice) einen langen Brief. Ich hatte gehört, dass er Geburtstag hatte und deshalb schickte ich ihm meine Glückwünsche und stellte ihm ein Dutzend Fragen. Old Shatterhand ist eines Tages verarmt und unbekannt auf einer Straße in den USA zusammengebrochen und gestorben. Ich wollte wissen, wie Winnetou mit diesem Verlust umging, ihn verkraftete, was nun aus ihm, ohne die Unterstützung durch den geliebten Freund werden würde. Die Antwort erlangte mich einige Wochen später. Begierig riss ich den Umschlag auseinander. Darin steckte ein unterschriebenes Foto von einem alten, abgehalfterten Mann mit zotteligen Haaren und ein Werbeprospekt für die Karl-May Festspiele in Bad Segeberg. Das war das Aus. Von da an wandte ich mich eher realen Männern zu.
Da ich alle Karl May Bücher gelesen, alle Filme hunderte Male gesehen und Winnetou meine zarte junge Liebe derart mit Füssen getreten hat, werde ich jetzt Fahrenheit 9/11 sehen.
Hilfe, was habe ich ihn vergöttert, diesen Mut, seine Großzügigkeit (immerhin hat er die Liebe seines Lebens für den Frieden zwischen den Weißen und den Indianern geopfert), seinen Instinkt, seine unendliche Menschenliebe. Es gab damals keinen anderen Mann, den ich derart bewundert habe. Abgesehen von Old Shatterhand. Als kleines Mädchen träumte ich davon, mit den beiden Herren in wilder Ehe zusammenzuleben. Ihre Freundschaft hätte eine Beziehung mit der selben Frau zweifelsohne verkraftet. Ich brachte mir "indianische" Verhaltensweisen bei. Lief mit besonnener, keine Gefühle offenbahrender Miene durch die Gegend, die meine Umwelt aus Unwissenheit als kindliche Arroganz interpretierte.
Eines Tages schrieb ich Winnetou (oder besser seinem Vertreter in der Realität, Herrn Brice) einen langen Brief. Ich hatte gehört, dass er Geburtstag hatte und deshalb schickte ich ihm meine Glückwünsche und stellte ihm ein Dutzend Fragen. Old Shatterhand ist eines Tages verarmt und unbekannt auf einer Straße in den USA zusammengebrochen und gestorben. Ich wollte wissen, wie Winnetou mit diesem Verlust umging, ihn verkraftete, was nun aus ihm, ohne die Unterstützung durch den geliebten Freund werden würde. Die Antwort erlangte mich einige Wochen später. Begierig riss ich den Umschlag auseinander. Darin steckte ein unterschriebenes Foto von einem alten, abgehalfterten Mann mit zotteligen Haaren und ein Werbeprospekt für die Karl-May Festspiele in Bad Segeberg. Das war das Aus. Von da an wandte ich mich eher realen Männern zu.
Da ich alle Karl May Bücher gelesen, alle Filme hunderte Male gesehen und Winnetou meine zarte junge Liebe derart mit Füssen getreten hat, werde ich jetzt Fahrenheit 9/11 sehen.
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DANK GOOGLE
cassandra, Montag, 1. November 2004, 16:55
Filed under: Alltag
kommt man auf meine Seite, wenn man "Mein Nachbar vögelt gut" eingibt. Ich möchte mich an dieser Stelle von derartigen Aktivitäten distanzieren. Ich habe noch nie einen Nachbarn gevögelt und habe es ganz bestimmt auch nicht vor!
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FÜR DIE FRAU SONNE
cassandra, Montag, 1. November 2004, 14:05
Filed under: Alltag
Alle anderen bitte wegsehen. (Ich hoffe, man kann das hier sehen...)
Jetzt sehe ich es aber auch nicht mehr... Wo ist mein schwimmender Fisch geblieben?
Jetzt sehe ich es aber auch nicht mehr... Wo ist mein schwimmender Fisch geblieben?
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GERADE HING ICH EINE STUNDE AM TROPF.
cassandra, Sonntag, 31. Oktober 2004, 21:43
Filed under: Alltag
Diese Barbaren. Nichtsahnend und guter Dinge fuhr ich japsend in die Notfallpraxis, um mein Asthma Spray zu ersetzen. Zu viele Zigaretten, die hartnäckige Erkältung, das gestrige Kiffen und der Verlust oben genannten Medikaments hatten heute einen Fisch auf dem Trockenen aus mir gemacht. Eigentlich war alles ganz harmlos, ich bekam eben nur keine Luft und hechelte fiebsend vor mich hin.
Der offenbar sadistisch veranlagte Arzt sprach dann plötzlich von einer Infusion. Nichts da. Ich bin nicht sonderlich leidensfähig und angesichts einer Spritze weiten sich meine Augen angstvoll und ich nehme reisaus. Ich wollte nur ein Rezept und dann wäre er mich schon wieder los und könnte sich mit voller Hingabe einem der anderen Patienten aus dem vollgepackten Warteraum widmen. Die hatten echte Probleme und Schmerzen, dass müsste sein Sadistenherz doch höher schlagen lassen. Er liess sich jedoch nicht erweichen. Ich wurde in den sogenannten Infusionsraum gebracht und da lagen zu meinem Erstaunen zwei junge Dinger auf den Liegen, jede einen Tropf im Arm. Ungläubig fragte ich die Schwester, ob es sich im Falle meiner Anwesenheit um ein Versehen handeln könnte. Ich sollte doch nur eine Spritze bekommen. Aber keine Chance. Ich wurde auf die Liege gedrückt, sie beugte sich über mich und Ihre unglaublich großen Brüste, die in einem Spitzen-BH steckten, der sich deutlich abzeichnete, baumelten in meinem Gesicht. Ich schloss die Augen. Sie dachte wohl, dass ich das aus Angst tatwas gar nicht so abwegig war und hielt mir dann einen Vortrag darüber, dass man mit geschlossenen Augen den Schmerz um so stärker spürte. Das wäre wie beim Küssen (oder anderen Dingen), mit geschlossenen Augen könne man alles intensiver wahrnehmen. Wieder was gelernt.
Das ganze sollte dann eine Stunde dauern. Plötzlich fühlte ich mich ganz einsam. Die jungen Dinger wurden umschwirrt von besorgten Geschwistern, Elternteilen und Beziehungspartnern. Und ich lag da nun. Fühlte mich plötzlich ganz krank und niemand wusste auch nur davon. Ich zerrte mit der freien Hand die Jacke heran, in deren Tasche sich das Handy befand und begann, per SMS alle Bekannte und Freunde über mein grausames Schicksal zu informieren. Wenn schon keine Hand zum Halten, dann wenigstens ein paar entsetzte Erkundigungen über meine Befindlichkeit via elektronischer Kommunikation. Dabei hatte ich jedoch die Videokamera im Raum übersehen. Das gab erst mal Ärger. Nicht die vollbusige Schwester, die über mein Kommunikationsbedürfnis vermutlich verständnisvoll gelächelt hätte, sondern eine männliche, dürre, dem Stereotyp des zickigen Oberschwester-Drachens entsprechende, las mir die Leviten.
Leider waren die jungen Dinger mit Ihrer versammelten Sippschaft bereits viel früher fertig als ich. Das lag daran, dass die Flüssigkeit bei mir viel langsamer durchlief. Ich beschwerte mich - erfolglos - darüber. Immerhin hatte ich nicht vor, allein die Nacht in diesem Neonlicht durchfluteten Raum zu verbringen.
Endlich hatte es ein Ende. Nun ist mir ganz schlecht. Ich schätze, das liegt an dem vielen Cortison, dass jetzt durch meine Adern fliesst.
Ich glaube, dass nächste Mal werde ich mich einfach meinem Schicksal ergeben und die Luft anhalten.
Der offenbar sadistisch veranlagte Arzt sprach dann plötzlich von einer Infusion. Nichts da. Ich bin nicht sonderlich leidensfähig und angesichts einer Spritze weiten sich meine Augen angstvoll und ich nehme reisaus. Ich wollte nur ein Rezept und dann wäre er mich schon wieder los und könnte sich mit voller Hingabe einem der anderen Patienten aus dem vollgepackten Warteraum widmen. Die hatten echte Probleme und Schmerzen, dass müsste sein Sadistenherz doch höher schlagen lassen. Er liess sich jedoch nicht erweichen. Ich wurde in den sogenannten Infusionsraum gebracht und da lagen zu meinem Erstaunen zwei junge Dinger auf den Liegen, jede einen Tropf im Arm. Ungläubig fragte ich die Schwester, ob es sich im Falle meiner Anwesenheit um ein Versehen handeln könnte. Ich sollte doch nur eine Spritze bekommen. Aber keine Chance. Ich wurde auf die Liege gedrückt, sie beugte sich über mich und Ihre unglaublich großen Brüste, die in einem Spitzen-BH steckten, der sich deutlich abzeichnete, baumelten in meinem Gesicht. Ich schloss die Augen. Sie dachte wohl, dass ich das aus Angst tat
Das ganze sollte dann eine Stunde dauern. Plötzlich fühlte ich mich ganz einsam. Die jungen Dinger wurden umschwirrt von besorgten Geschwistern, Elternteilen und Beziehungspartnern. Und ich lag da nun. Fühlte mich plötzlich ganz krank und niemand wusste auch nur davon. Ich zerrte mit der freien Hand die Jacke heran, in deren Tasche sich das Handy befand und begann, per SMS alle Bekannte und Freunde über mein grausames Schicksal zu informieren. Wenn schon keine Hand zum Halten, dann wenigstens ein paar entsetzte Erkundigungen über meine Befindlichkeit via elektronischer Kommunikation. Dabei hatte ich jedoch die Videokamera im Raum übersehen. Das gab erst mal Ärger. Nicht die vollbusige Schwester, die über mein Kommunikationsbedürfnis vermutlich verständnisvoll gelächelt hätte, sondern eine männliche, dürre, dem Stereotyp des zickigen Oberschwester-Drachens entsprechende, las mir die Leviten.
Leider waren die jungen Dinger mit Ihrer versammelten Sippschaft bereits viel früher fertig als ich. Das lag daran, dass die Flüssigkeit bei mir viel langsamer durchlief. Ich beschwerte mich - erfolglos - darüber. Immerhin hatte ich nicht vor, allein die Nacht in diesem Neonlicht durchfluteten Raum zu verbringen.
Endlich hatte es ein Ende. Nun ist mir ganz schlecht. Ich schätze, das liegt an dem vielen Cortison, dass jetzt durch meine Adern fliesst.
Ich glaube, dass nächste Mal werde ich mich einfach meinem Schicksal ergeben und die Luft anhalten.
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GESTERN GESEHEN
cassandra, Sonntag, 31. Oktober 2004, 14:41
Filed under: Alltag

Ein Konzert, bei dem Anton Corbijn Regie geführt hat. Es ist wirklich so geil, wie man erwartet.
Beim Stöbern bei Amazon habe ich dann gesehen, dass, die dritte Staffel von "24" schon erhältlich ist.

Da Ende November auch noch das

rauskommt, werde ich wohl bis Weihnachten die Wohnung nicht mehr verlassen.
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EIN JAHR
cassandra, Samstag, 30. Oktober 2004, 02:13
Filed under: Kopfkram
365 Tage ist es her, dass wir uns geküsst haben. Zum ersten Mal. Ich habe mal irgendwann etwas über diesen ersten Abend geschrieben. Nur für mich. Damit ich die Gedanken und Gefühle, die ich damals hatte, nicht vergesse. Ich habe gerade noch einmal nachgelesen.
„Bei ihm handelte es sich um den Klassiker: eine stets schlecht gelaunte, mit (zum Teil verletzenden) Machosprüchen hausierende, auf seine Männlichkeit bedachte Karrikatur eines Mannes. Arschlöcher ziehen halt an. Vermutlich ist es der Glaube an Substanz und Sensibilität hinter der Fassade, die ausgerechnet ich zum Einstürzen bringen kann. Vielleicht ist es aber auch ein tief verwurzelter Mangel an Selbstwertgefühl, der mich in die Arme von Männern treibt, die mich (verdienterweise) schlecht behandeln. Womöglich ist es aber auch die Angst vor einer festen Bindung, die mich Männer wählen lässt, mit denen eine Beziehung von vornherein ausgeschlossen ist. Die Hobbypsychologie lässt grüßen. Wenn ich ehrlich bin, wollte ich wahrscheinlich nur Sex.“
Niedlich.
Auch „...ich fühlte mich ein wenig überfordert mit dieser Situation. Was war das eigentlich? Ein One Night Stand, der auf Grund von Unpässlichkeit zwecks Wiederherstellung des männlichen Egos wiederholt werden musste? Dafür wirkte er jedoch zu verliebt. Ich glaube, mir wurde an diesem Abend klar, dass sich mehr aus dieser Geschichte entwickeln könnte. Meine Gefühle in Bezug darauf waren mir jedoch vollkommen unklar. Erstmals habe ich mir jedoch nicht meinen Kopf darüber zerbrochen, was wie wann und wo passieren könnte, sondern mich einer Art Laissez-faire-Einstellung hingegeben. Ich wollte mich nicht schon wieder in ein Gefühlschaos verrennen, welches letzten Endes wieder dazu führen würde, dass ich verletzt werde.“
Ich wusste wochenlang nicht, was ich eigentlich wollte. Es fühlte sich gut an. Ich war glücklich. Ich lief den ganzen Tag mit einem eintätowierten Lächeln herum. Aber ich hatte auch Angst und es gab jemand anderen, von dem ich nicht wusste, was er mir noch bedeutete. Erst als ich ihn wieder sah, wusste ich, dass ich Dich wollte. Ich bin morgens um halb zwei ins Auto gestiegen, um 500 km zu fahren, um in Deinen Armen aufzuwachen. Da war es aber schon zu spät. 42 Stunden später hast Du alles beendet. Der Witz daran war, dass es noch nicht einmal an meiner Unschlüssigkeit lag. Die hast Du nie bemerkt. Du hast mich angelogen. Du wolltest nicht allein sein, wolltest die Frau vergessen, die Du eigentlich liebst. Du hast mich durch Dein Verhalten an den Punkt gebracht, an dem ich meine Angst vergessen habe.
Es war so unermesslich dumm von mir, dass ich danach nicht aufgegeben habe. Ich bin so ein unglaublich blöder Dickkopf, der nicht loslassen kann. Der blind weiter kämpft. Verletz mich, tu’ mir weh, ignorier mich, lass’ meine Hoffnungen und Erwartungen unerfüllt, wenn ich nur ab und zu neben Dir einschlafen kann. Ich hasse es, so schwach zu sein.
Ich wusste, dass Du keine Beziehung mit mir wolltest. Ich hätte mich sogar auf diesen ganzen unverbindlichen Quatsch eingelassen. Wenn Du für mich nur ab und an Du gewesen wärst. Mich an Dir hättest teilhaben lassen.
Es war eine gute Entscheidung, dass ich vor ein paar Wochen alles hinter mir gelassen habe. Rational, mutig und konsequent. Auch wenn mein Bauch mich dafür hasst. Er hatte nämlich immer das Gefühl, dass Du mich auf irgendeine verkorkste Art liebst. Ich weiß, dass war dumm, aber ich war mir so sicher, dass das alles richtig ist und das Du das auch irgendwann kapieren würdest. Ich habe noch nie jemanden getroffen, der so gut zu mir passte. Das klingt hohl und melodramatisch und ich kann es nicht in Worte fassen, aber er (der Bauch) hat mir immer wieder versichert, dass Du der Mensch bist, der meine Unzulänglichkeiten verstehen, kompensieren und ausgleichen kann, ähnliche Interessen hat und bei nicht vorhandener Übereinstimmung meinen Blickwinkel erweitern kann. Man kann sich schon eine Menge einreden, wenn man auf seinen Bauch hört.
Verstehe mich bitte nicht falsch. Es geht mir sehr gut, ohne Dich. Manchmal vermisse ich Dich. Ich vermisse nicht die Gespräche mit Dir, denn in den letzten 365 Tagen haben wir nur selten wirklich gut miteinander geredet. Ich vermisse es, Dich zu sehen. Deine Augen, dein (seltenes) Lächeln. Ich vermisse es, Dich neben mir zu spüren. Deine Haut zu berühren, Deinen Mund zu küssen, von Deiner Körperwärme eingehüllt zu sein. Ich vermisse den Menschen, der mich meine Angst hat vergessen lassen. Ich habe ein Foto von Dir, das am Strand in Holland aufgenommen wurde. Dieses Bild ist wirklich einzigartig, weil ich diesen Gesichtsausdruck nie wieder bei Dir gesehen habe. Lächelnd, frei, glücklich, losgelöst von allem.
Ich vermisse diese Augenblicke, in denen Du albern sein konntest, nicht so viel nachgedacht und dich verschlossen hast.
Ich wünsche mir manchmal, Du wärst einfach nur da, ohne was zu sagen oder zu tun.
Aber auch diese Momente werden seltener und gehen vorbei. Die vielen kleinen Ablenkungen werden sie endgültig auslöschen.
Es ist mir egal, dass Du das jetzt hier liest. Ich mache jetzt eine Flasche Wein auf und trinke ein Glas auf ein verschenktes Jahr. Prost.
„Bei ihm handelte es sich um den Klassiker: eine stets schlecht gelaunte, mit (zum Teil verletzenden) Machosprüchen hausierende, auf seine Männlichkeit bedachte Karrikatur eines Mannes. Arschlöcher ziehen halt an. Vermutlich ist es der Glaube an Substanz und Sensibilität hinter der Fassade, die ausgerechnet ich zum Einstürzen bringen kann. Vielleicht ist es aber auch ein tief verwurzelter Mangel an Selbstwertgefühl, der mich in die Arme von Männern treibt, die mich (verdienterweise) schlecht behandeln. Womöglich ist es aber auch die Angst vor einer festen Bindung, die mich Männer wählen lässt, mit denen eine Beziehung von vornherein ausgeschlossen ist. Die Hobbypsychologie lässt grüßen. Wenn ich ehrlich bin, wollte ich wahrscheinlich nur Sex.“
Niedlich.
Auch „...ich fühlte mich ein wenig überfordert mit dieser Situation. Was war das eigentlich? Ein One Night Stand, der auf Grund von Unpässlichkeit zwecks Wiederherstellung des männlichen Egos wiederholt werden musste? Dafür wirkte er jedoch zu verliebt. Ich glaube, mir wurde an diesem Abend klar, dass sich mehr aus dieser Geschichte entwickeln könnte. Meine Gefühle in Bezug darauf waren mir jedoch vollkommen unklar. Erstmals habe ich mir jedoch nicht meinen Kopf darüber zerbrochen, was wie wann und wo passieren könnte, sondern mich einer Art Laissez-faire-Einstellung hingegeben. Ich wollte mich nicht schon wieder in ein Gefühlschaos verrennen, welches letzten Endes wieder dazu führen würde, dass ich verletzt werde.“
Ich wusste wochenlang nicht, was ich eigentlich wollte. Es fühlte sich gut an. Ich war glücklich. Ich lief den ganzen Tag mit einem eintätowierten Lächeln herum. Aber ich hatte auch Angst und es gab jemand anderen, von dem ich nicht wusste, was er mir noch bedeutete. Erst als ich ihn wieder sah, wusste ich, dass ich Dich wollte. Ich bin morgens um halb zwei ins Auto gestiegen, um 500 km zu fahren, um in Deinen Armen aufzuwachen. Da war es aber schon zu spät. 42 Stunden später hast Du alles beendet. Der Witz daran war, dass es noch nicht einmal an meiner Unschlüssigkeit lag. Die hast Du nie bemerkt. Du hast mich angelogen. Du wolltest nicht allein sein, wolltest die Frau vergessen, die Du eigentlich liebst. Du hast mich durch Dein Verhalten an den Punkt gebracht, an dem ich meine Angst vergessen habe.
Es war so unermesslich dumm von mir, dass ich danach nicht aufgegeben habe. Ich bin so ein unglaublich blöder Dickkopf, der nicht loslassen kann. Der blind weiter kämpft. Verletz mich, tu’ mir weh, ignorier mich, lass’ meine Hoffnungen und Erwartungen unerfüllt, wenn ich nur ab und zu neben Dir einschlafen kann. Ich hasse es, so schwach zu sein.
Ich wusste, dass Du keine Beziehung mit mir wolltest. Ich hätte mich sogar auf diesen ganzen unverbindlichen Quatsch eingelassen. Wenn Du für mich nur ab und an Du gewesen wärst. Mich an Dir hättest teilhaben lassen.
Es war eine gute Entscheidung, dass ich vor ein paar Wochen alles hinter mir gelassen habe. Rational, mutig und konsequent. Auch wenn mein Bauch mich dafür hasst. Er hatte nämlich immer das Gefühl, dass Du mich auf irgendeine verkorkste Art liebst. Ich weiß, dass war dumm, aber ich war mir so sicher, dass das alles richtig ist und das Du das auch irgendwann kapieren würdest. Ich habe noch nie jemanden getroffen, der so gut zu mir passte. Das klingt hohl und melodramatisch und ich kann es nicht in Worte fassen, aber er (der Bauch) hat mir immer wieder versichert, dass Du der Mensch bist, der meine Unzulänglichkeiten verstehen, kompensieren und ausgleichen kann, ähnliche Interessen hat und bei nicht vorhandener Übereinstimmung meinen Blickwinkel erweitern kann. Man kann sich schon eine Menge einreden, wenn man auf seinen Bauch hört.
Verstehe mich bitte nicht falsch. Es geht mir sehr gut, ohne Dich. Manchmal vermisse ich Dich. Ich vermisse nicht die Gespräche mit Dir, denn in den letzten 365 Tagen haben wir nur selten wirklich gut miteinander geredet. Ich vermisse es, Dich zu sehen. Deine Augen, dein (seltenes) Lächeln. Ich vermisse es, Dich neben mir zu spüren. Deine Haut zu berühren, Deinen Mund zu küssen, von Deiner Körperwärme eingehüllt zu sein. Ich vermisse den Menschen, der mich meine Angst hat vergessen lassen. Ich habe ein Foto von Dir, das am Strand in Holland aufgenommen wurde. Dieses Bild ist wirklich einzigartig, weil ich diesen Gesichtsausdruck nie wieder bei Dir gesehen habe. Lächelnd, frei, glücklich, losgelöst von allem.
Ich vermisse diese Augenblicke, in denen Du albern sein konntest, nicht so viel nachgedacht und dich verschlossen hast.
Ich wünsche mir manchmal, Du wärst einfach nur da, ohne was zu sagen oder zu tun.
Aber auch diese Momente werden seltener und gehen vorbei. Die vielen kleinen Ablenkungen werden sie endgültig auslöschen.
Es ist mir egal, dass Du das jetzt hier liest. Ich mache jetzt eine Flasche Wein auf und trinke ein Glas auf ein verschenktes Jahr. Prost.
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