Cassandras Kopfkino
Donnerstag, 3. März 2005
AUCH BEI DER ARBEIT KANN MAN DEN MANN FÜR'S LEBEN FINDEN
cassandra, Donnerstag, 3. März 2005, 15:12
Filed under: Alltag
Wir sollten diese Woche Männer mittleren Alters, die einen ganz bestimmten Beruf ausüben, als Laiendarsteller casten.
Ich beauftragte meine Assistentin, einen Radiosender ihres Vertrauens anzurufen und die Redaktion zu bitten, eine Durchsage diesbezüglich zu machen.
Die Redaktion rief zurück und überraschte die junge Frau damit, dass sie in wenigen Sekunden live auf Sendung sein würde, um ihre Anfrage persönlich durchzugeben. Nervös wartete sie in der Leitung, bis das laufende Lied sich dem Ende näherte. Dann ertönte die Stimme der Moderatorin: "Jetzt habe ich Vorname Nachname in der Leitung. Sie ist auf der Suche nach einem Mann. Erzähl' doch mal..."
Mit knallrotem Kopf stotterte sie ihren Text herrunter.
Ich hoffe, niemand, der sie kennt, hört diesen Sender. Auf der anderen Seite hatte die ganze Aktion vielleicht auch was gutes. Sie ist nämlich Single und innerhalb von drei Stunden war sie in Besitz von 12 Telefonnummern wildfremder Männer.

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Dienstag, 1. März 2005
ERSTE ANZEICHEN VON BLOG-ABHÄNGIGKEIT
cassandra, Dienstag, 1. März 2005, 23:47
Filed under: Alltag
Friedlich vor dem Laptop sitzen und andere Weblogs lesen/kommentieren.
Nebenbei was schönes kochen.
Plötzlich ein Geräusch im Rücken.
Puh.


Leichte Panik.
Wasser?
Neeeee.
Scheiße aber auch.
Ich muß was tun.
Wo ist die Kamera?
Eigentlich könnte man darüber bloggen.
Nein.
Die Wohnung brennt ab.
Ja, aber...
In der Tasche kramen.
Jetzt auch egal.
Schönes Bild.
Muss man festhalten.
Ähhhh.
Okay. Nehme ich die Pfanne mal von der Herdplatte.
Scheiße.
Jetzt brennt auch noch der Griff.
Hust.
Ich kriege keine Luft mehr.
Egal. Bild runterladen.
Ich glaube, ich brauche eine neue Pfanne.
Ich kann den Bildschirm nicht mehr sehen.
Zu viel Qualm.
Hust.
Wieviel Rauch muß man eigentlich einatmen, um eine Rauchvergiftung zu bekommen?

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SCHUHE KÖNNEN TÖTEN
cassandra, Dienstag, 1. März 2005, 21:44
Filed under: Alltag
Es gibt unzählige Möglichkeiten, Damenschuhe für terroristische Zwecke zu nutzen und Flugzeuge zu entführen.
Abgesehen davon, dass sie sich hervorragend dazu eignen, MGs in einer doppelten Schuhsohle zu verstecken, könnte die eine oder andere Stewardess angesichts hübscher Stilettos vor Neid in Ohnmacht fallen und dann hätte man ein leichtes Spiel.
Denkbar wäre auch, die hochhackigen Absätze dem Piloten in den Hals zu rammen und ihn auf diese Weise zu einer Flugumleitung zu zwingen.
Ein Klassiker ist jedoch nach wie vor die Nagelfeilenmethode. Selbige implantiert man in den Absatz und pult sie dann, sobald sich der Flieger in der Luft befindet, wieder heraus.
Sobald die Flugbegleiterin mit perfekt manikürten Plastiknägeln das Glas Mineralwasser herüberreicht, ergreift man ihre Hand und feilt in Windeseile drauf los. Den durch das Geschrei der Dame entstehenden Tumult, nutzt man, um sich zum Cockpit vorzuarbeiten. Das ganze muß natürlich sehr schnell gehen. Daher Obacht, werte Damen, dass Sie nicht über die eigenen Absätze stolpern. Teppichböden stellen beim Laufen eine enorme Gefahr dar.
Im Cockpit angekommen, kann frau sich dann entscheiden, ob sie nun die bereits erwähnte Absatz-in-den-Hals-Ramm-Methode anwendet, oder stattdessen zur Nagelfeile greift. Letzte Variante ist im Falle ungenügender akrobatischer Vorkenntnisse zu bevorzugen, weil unter Umständen wertvolle Zeit beim Ausziehen der Schuhe verloren geht.
Gäbe es heterosexuelle, männliche Flugbegleiter (mit einem kleinen Faible für Damenfußbekleidung), ließe sich das Spektrum der Möglichkeiten noch um einiges erweitern.

Wie auch immer. Ich durfte heute natürlich mal wieder am Flughafen meine Stiefel ausziehen und röngten lassen.
Dank des nächtlichen Ratschlages von Herrn Kid, trug ich heute jedoch mal ausnahmsweise lochfreie, nigelnagelneue, schwarze, formschöne Strümpfe.
Herzlichen Dank.

P.S.: Ich frage mich noch immer, warum der Metalldetektor bei meinem Hintern Alarmsignale von sich gab. Ich trug keinen Gürtel und der Metallgehalt meiner Pobacken sollte sich auch im Bereich des üblichen befinden.

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GERADE GELESEN
cassandra, Dienstag, 1. März 2005, 02:12
Filed under: Aufgeschnappt
Mit wachsender Geschwindigkeit aus großer Höhe fallen - das ist das Leben. Das muss man wissen, damit man vernünftig lebt, sich nicht darüber wundert, dass man fällt, sich nicht an etwas klammert, an dem man vorüberfliegt: man zerschindet sich nur die Hände."

Tolstoi


Nein. Ich lese gerade kein Zitatwörterbuch. Es ist viel schlimmer. Aber es passte gerade.

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WER ZULETZT KOMMT, DEN BESTRAFT DAS LEBEN
cassandra, Dienstag, 1. März 2005, 01:22
Filed under: Alltag
VHS Rekorder sind prinzipiell eine schöne Sache. Vor allem, wenn man es als berufstätige Person in Betracht zieht, zu gemässigten Zeiten ins Bett zu gehen.
Ich sehe seit einigen Stunden die gestrige Oscar Verleihung. Leider hat sich bisher der Spaß daran nicht wirklich eingestellt, da ich es mir nicht verkneifen konnte, heute gestern morgen diese ausführliche Zusammenfassung zu lesen. Ich weiss, wer welche Kleider anhatte, was wer gesagt hat, wer welche Preise eingeheimst hat.
Erstmals kann ich verstehen, warum niemand die Übertragung von Fußballspielen auf Video aufzeichnet.
Ein wenig öde.

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Sonntag, 27. Februar 2005
cassandra, Sonntag, 27. Februar 2005, 18:29
Filed under:
Seine Hände können reden. Ich habe diese Sprache weder gelernt, noch beherrsche ich sie. Und doch verstehe ich instiktiv ein jedes Wort.
Er hat wunderschöne Hände. Riesig und kräftig mit langen Fingern. Die Nagelbetten sind groß, länger als breit und die weißen, kurzen Halbmonde sorgfältig manikürt.
Er denkt in Bildern und hat Angst, dass seine Worte nicht ausdrücken können, was er sieht und empfindet. Seine Hände tanzen um die Worte. Dirigieren sie, wollen begreifen machen, überzeugen, verführen, malen Bilder. Linien, Formen, Verläufe. Während er redet, ist er zu mir herübergebeugt. Ich spüre seinen warmen Atem in meinem Gesicht. Seine Augen leuchten. Sein ganzer Körper möchte, dass ich verstehe, was ihn bewegt.
Plötzlich verzieht sich sein Mund zu einem Grinsen. In den Augenwinkeln breiten sich kleine Fächer aus.
Ich möchte jede einzelne dieser Linien mit dem Finger nachzeichnen, damit sie nie verloren gehen.
Ich möchte den dunklen, dichten Wimpernkranz um seine Augen zwischen meine Lippen nehmen, an der Haarwurzel ansetzen und ganz sanft zu den Spitzen gleiten lassen.
Ich möchte den Mund küssen. Küssen. Küssen. Spielerisch, fordernd, schüchtern. Du brauchst nicht weiterzureden, ich kann Dich auch ohne Worte verstehen.
Seine Hände hören jedoch nicht auf zu sprechen. Hauchen eine einzelne Silbe auf meinen Nacken, hinterlassen flüsternd ein Wort auf meinem Bauch, schreiben Geschichten auf meine Haut.
Bitte höre nicht auf. Erzähle mir alles über Dich.

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EIN BLOG SCHOKOLADE MIT KEKSEN
cassandra, Sonntag, 27. Februar 2005, 15:22
Filed under: Alltag
Mein Betteln und Flehen wurde heute erhört.


Herzlichen Dank dem gütigen Spender für den kalten Hund und den lustigen Vormittag.

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Mittwoch, 23. Februar 2005
MITTAGSPAUSENWEISHEITEN
cassandra, Mittwoch, 23. Februar 2005, 16:12
Filed under: Aufgeschnappt
"...gerade bei Kindern sollte man sich den zukünftigen Vater mal etwas genauer anschauen und nicht einfach drauf losbumsen."

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DAS LEBEN MEINT ES HEUTE MAL WIEDER GUT MIT MIR
cassandra, Mittwoch, 23. Februar 2005, 12:08
Filed under: Alltag
Gestern merkte ich das erste Mal, dass er weg war. Ich kramte in allen Taschen, die ich in den letzten Tagen in Gebrauch hatte, stellte die Wohnung auf den Kopf und danach das Büro. Mein I-Pod blieb verschwunden.
Während ich mit den ersten aufsteigenden Tränen kämpfte, kramte ich in meinem Kopf nach dem letzten Moment, zu dem ich andächtig der Musik aus dem Player lauschte.
Es war natürlich klar, dass mein katastrophaler Wahnsinnsmorgen letzten Mittwoch Folgen haben würde. Auf dem Flug von Düsseldorf nach München wurde das gute Teil das letzte Mal gesichtet.
Ohne viel Zuversicht rief ich im Fundbüro des Münchener Flughafen an, wo man mir beschied, nichts gefunden zu haben. Vorsichtshalber versuchte ich auch mein Glück bei der Gepäckermittlung des Düsseldorfer Flughafens, für den Fall, dass auf Grund des vorherrschenden Chaos an diesem Tage, das Reinigungspersonal den I-Pod erst später nach dem Rückflug gefunden hatte. Das Gespräch verlief folgendermaßen:
"Guten Tag. Ich bin auf der Suche nach einem I-Pod, den ich vermutlich letzten Mittwoch auf einem Lufthansa Flug liegengelassen habe."
"Einem WAS?"
"Einem I-Pod von Apple"
"Was ist das denn?"
"So ein kleines, eckiges, weißes Ding, das MP3s, also Musik abspielt."
Pause und Tastaturgeklapper
"In Tokio wurde so etwas gefunden"
"Na, das klingt ja eher unwahrscheinlich, dass das meiner ist."
"Ja. Moment."
Nach einer weiteren Pause.
"Und in München. Letzten Donnerstag. Hier steht aber nur MP3 Player."
Ich schnappe nach Luft und die folgenden Worte purzeln zusammenhanglos aus meinem Mund.
"München? Ja. Ich bin ja nach München geflogen. Steht da denn eine Beschreibung des Players?"
"Ja. Da war noch so eine Art Adapter dabei und Kopfhörer und das ganze befand sich in einem kleinen blauen Lufthansa Säckchen."
MEIN BABY!!!!
Fast hysterisch kreischend und immer noch nach Luft schnappend:
"Ja, ja, ja. Das ist er! Ja wie und wo und wann..."
"Wollen sie ihn in München selber abholen?"
"Ja. Ich bin nächste Woche sowieso dort."
"Dann holen sie ihn ab. Ich gebe dort bescheid. Sagen Sie dort einfach die folgende Nummer. Auf Wiederhören."
"Ja. Danke. Vielen Dank. Auf Wiederhören."

Ich glaube es noch immer nicht. Vielen Dank an die pragmatische Dame von der Lufthansa Gepäckermittlung am Düsseldorfer Flughafen. Und vielen Dank an den ehrlichen Finder.
Das es so etwas gibt. Unglaublich.

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